Wohlhabende dänische Transport- und Logistikunternehmen wagen es zunehmend, den europäischen Markt zu optimieren und dort zu sparen, wo es am einfachsten ist - bei den Arbeitskosten. Zu den Vorreitern dieses Trends gehört der dänische Riese DSV A/S, der am 30. April 2025 die Übernahme des deutschen Logistikriesen DB Schenker, der der Deutschen Bahn gehört, abgeschlossen hat. Mit dieser Transaktion ist DSV zum größten Logistikunternehmen der Welt aufgestiegen, mit einem Jahresumsatz von rund 39 Milliarden Euro und fast 147.000 Mitarbeitern.

Der Erfolg der Dänen hat jedoch seinen Preis. Bis zu 5.000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren an den deutschen Standorten abgebaut werden, wo bisher Tausende von Menschen beschäftigt waren. Offiziell ist von "Optimierung" die Rede, doch für viele bedeutet das vor allem eines: Entlassungen bei gut bezahlten Mitarbeitern.

Parallel dazu haben DSV und andere dänische Unternehmen (oft mit Kapital- und Betriebsverflechtungen) eine Vereinbarung ausgearbeitet, die die vorläufige Zustimmung der Regierung, der Gewerkschaften und der Fuhrunternehmerverbände erhalten hat. Es sieht eine weitgehende Öffnung des Arbeitsmarktes für Nicht-EU-Fahrer vor. Bereits im Herbst 2025 soll das dänische Parlament über ein Gesetz beraten, das die legale Beschäftigung von Fahrern aus 16 Ländern erlaubt, darunter China, Indien, Brasilien, die Ukraine, Moldawien, Albanien und andere.

Für die Branche bedeutet dies vor allem eines: Die Weichen für weitere Kostensenkungen und die systematische Verdrängung europäischer Fahrer aus dem Markt werden gestellt. Die Beschäftigung von Arbeitnehmern aus Ländern außerhalb der Europäischen Union, die nicht die gleichen hohen Löhne und die gleiche soziale Sicherheit erwarten wie EU-Bürger, kann für viele Unternehmen eine weitaus kostengünstigere Lösung darstellen.

Unterdessen befindet sich der europäische Straßengüterverkehrsmarkt in einer tiefen Ratenkrise. Im ersten Quartal 2025 sind sowohl die Vertragsraten als auch die Spotraten gesunken - um durchschnittlich 2,3 bis 3,8 Indexpunkte. Der Hauptgrund dafür ist die schwächelnde Nachfrage: Drei Viertel der Haushalte geben an, auf weitere Ausgaben zu verzichten, und das Konsumwachstum betrug nur 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal.

Obwohl die Betriebskosten - wie Kraftstoff, Löhne und Mautgebühren - weiterhin hoch sind, drücken die Auftraggeber die Preise immer weiter nach unten. Nur wenige Spediteure sind in der Lage, unter diesen Bedingungen zu konkurrieren - der Rest balanciert am Rande der Rentabilität.

Jetzt, da der dänische Riese Zugang zu Tausenden von DB Schenker-Kunden erhalten hat und gleichzeitig seine Türen für billige Arbeitskräfte aus der ganzen Welt öffnet, wird die Situation für kleinere Spediteure - sowohl aus Deutschland als auch aus Polen - noch schwieriger.

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